
Kleine Reifenkunde
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Grundmaterialien stehen zur Auswahl.
Silikon
Haftung gut
Kein Schleifen nötig
So gut wie kein Verschleiß
Nur für bestimmte Typen lieferbar
Absolute "sorglos Reifen". Nur montieren und fahren.
Vollgummi
Unübersehbare Menge von verschiedenen Mischungen mit verschiedenen
Fahreigenschaften. Serienreifen sind immer Hartgummireifen.
Haftung von schlecht bis sehr gut
Schleifen fast immer unbedingt notwendig.
Verschleiß je nach Härte von gering bis sehr groß
Polyurethan (Dickel/Wiesel/Ortmann)
Haftung sehr gut
Schleifen unbedingt nötig
Normaler Verschleiß
Für fast alle Typen auch in 1/32 lieferbar
Diese Reifen glätten die Bahn, so dass andere Reifenmaterialien deutlich an
Haftung verlieren. Ca. 150-250 Runden mit anderen Reifen nötig, damit diese
wieder Haftung aufbauen.
Moosgummi
Haftung sehr gut bis zu (!!) gut
Je nach Qualität und Alter des Mossgummi kann die Haftung völlig
unterschiedlich sein. Moosgummi sollte immer leicht geölt werden, damit das
Material schön geschmeidig ist und bleibt und dadurch seine guten Haftfähigkeiten
entfaltet. Ein leicht geölter oder gefetteter Moosgummi hat eine sehr gute
Haftung. Nimmt man statt Öl/Fett richtiges Haftmittel in Form von flüssigem
Harz, dann wird diese Haftung enorm gesteigert. Die Reifen kleben förmlich an
der Bahn. So gut wie sich das anhört, so gravierend sind die Nachteile. Das
Haftmittel verteilt sich auf der Bahn. Früher oder später ist die Bahn voller
klebrigem Öl, Fett oder Harz. Staub und Dreck kommen dazu und die Bahn muss
regelmäßig gereinigt werden. Auf glatten Holzbahnen ist das recht einfach und
daher Moosgummis eine beliebte Bereifung. Wenn Sie sehr sparsam mit Öl und/oder
Fett als Haftmittel umgehen hält sich die Übertragung auf die Bahn in erträglichen
Grenzen und Moosgummis können eine ausgezeichnete Bereifung sein. Flexis und
Eurosport fahren z. B. grundsätzlich mit Moosgummis. Ein wesentlicher Vorteil
der Moosgummireifen ist die Staubunempfindlichkeit. Haben Sie eine Umgebung, in
der alle normalen Reifen nach wenigen Runden verschmutzen und wieder gesäubert
werden müssen, dann sind Moosgummis die ideale Alternative. Über Öl/Fett als
Haftmittel wird der Staub gebunden und zum griffigen Haftbelag umfunktioniert.
Geölte Moosgumies bauen auch in extrem staubiger Umgebung ausgezeichnete
Haftung auf.
Schleifen unbedingt nötig
Extremer Verschleiß bei starken Motoren. Flexis und Eurosport können schon mal
2-3 Sätze an 1 Renn- bzw. Trainingstag verschleißen.
Nicht für Serienfelgen in 1/32 lieferbar. Es müssen Flachfelgen montiert
werden.
Sowohl Moos- als auch Vollgummi kann immer durch Chemie aufgepeppt werden. Da
fahren dann Leute bei Rennen mit offiziell gleichen Reifen und trotzdem hat
einer davon scheinbar viel mehr Gripp als der andere. Diesen Chemieeinsatz kann
man als Veranstalter kaum verhindern oder kontrollieren. Aus diesem Grunde sind
Polyurethan Reifen von Dickel, Wiesel und Ortmann die wohl verbreitetsten
Wettkampfreifen im deutschen Scaleracing. Immer Gripp und unempfindlich gegen
die geheimen Mittelchen der chemischen Haftverstärkung. Trotz Bahnglättung
sind diese Reifen inzwischen der Standard auf fast allen Gewerbe- und
Clubrennstrecken.
Moosgummireifen
für 1/32er Serienfelgen
1/32er
Serienfelgen haben einen Mittelsteg. Passende Reifen müssten also innen eine
Hohlkehle haben. Moosgummireifen werden aber Wasserstrahl aus Matten
geschnitten. So ein Wasserstrahl ist ein tolles Schneiinstrument, kann aber
leider nicht um die Ecke schneiden.
Trotzdem gibt es Anbieter, deren Moosgummireifen angeblich auf alle gängigen
Serienfelgen passen. Schaut man sich das dann ein bisschen näher an, dann steht
da aber auch, dass zuerst der Mittelsteg abgeschliffen werden muss und dann noch
der Reifen auf die passende Breite zu schneiden ist.
Wenn man also zuerst aus der Serienfelge mit Steg eine Flachfelge ohne Steg
macht, dann kann man natürlich auch einen Moosgummireifen montieren, der den
passenden Innendurchmesser hat.
Schleifen Sie einfach den Steg ab, messen dann den Durchmesser der Felge ohne
Steg und suchen Sie sich einen Moosgummi- oder Vollgummireifen mit passendem
Innendurchmesser.
Welche
Reifengröße für welche Flachfelge
Eigentlich
ganz einfach. Die Felge sollte 0,5 - 1 mm größer sein, als der
Innendurchmesser des Reifens. Bei weichen Vollgummireifen können auch mal 2 mm
oder nochmehr Differenz dazwischen sein und bei sehr großen Durchmessern
(>20 mm) ebenfalls.
Ein Problem können dabei können die Angaben der Reifenhersteller sein. Die
meisten Hersteller geben den Innendurchmesser des losen Reifens an. Dann stimmt
obige Vorgehensweise. Einige Hersteller geben aber als Innendurchmesser den
Felgendurchmesser an, auf dem die Reifen idalerweise montiert werden sollen. Da
ist dann die Differenz schon berücksichtigt und die Felgen sollten nicht
nochmals größer ausgewählt werden. Wir bemühen uns hier als Größenangaben
immer die Maße des unmontierten Reifens anzugeben, können aber nicht alle
Reifen nachmessen. Sollten Sie auf einen Fall stoßen, wo unsere Angaben den
montierten Innendurchmasser enthalten, bitten wir um eine kurze Nachricht.
Beim Reifendurchmesser im Verhältnis zum Felgendurchmesser gibt es auch eine
andere Ansicht und Vorgehensweise. Die meisten handeln so, wie oben beschrieben.
Der Reifen sitzt dann relativ weich und ungespannt auf der Felge und hat einen
gewissen Federungseffekt. Manche Fahrer nehmen aber Reifen, die mehrere mm
kleiner sind als die Felge und montieren mit sanfter Gewalt auf die eigentlich
zu grossen Felgen. Jetzt sind die Reifen vorgespannt, daduch knallhart und
federn nicht mehr. Was für Sie besser ist, müssen Sie selbst entscheiden.
Das gilt aber alles nur für weiche Reifen. Harte Vorderreifen müssen genau
passen und dürfen nicht oder nur minimal kleiner sein als die Felgen. Ein
harter Reifen ist nunmal nicht dehnbar.
Reifen
verkleben
Reifen
sollten immer auf der Felge verklebt werden. Sonst würde der Reifen auf der
Felge beim Beschleunigen und Bremsen durchdrehen. Egal of Serienfelgen aus
Kunststoff oder Flachfelgen aus Alu. Bei Serienfelgen aus Kunststoff sollte man
vorher die Felgen entgraten und etwas abschleifen. Nur wenn die Felge rund und
gratfrei ist, hat der Reifen eine Chance rund zu laufen.
Zum Verkleben eigenen sich verschiedene Klebstoffe je nach Reifenmaterial mit
unterschiedlicher Zielsetzung.
Hartgummi und Moosgummi Reifen lassen sich recht gut mit ganz normalem UHU
Alleskleber aufkleben. Die Verbindung ist etwas zähelastisch und der Reifen
kann noch einge Zeit auf der Felge verschoben werden. UHU Klebungen sollten vor
dem Reifenschleifen einige Stunden trocknen. Dickel, Wiesel und Ortmann Reifen
sind ebenfalls mit UHU klebbar. Die Klebung ist aber relativ schwach und nicht für
höchste Performance Ansprüche geeignet.
Die
beste Eignung für höchste Ansprüche hat Sekundenkleber. Weniger der billige
NoName Kleber, sondern eher der hochwertige Markenkleber von UHU, Weicon, Pattex
usw. Allerdings ist diese Verklebung auch am schwierigsten durchzuführen und
kann leicht einmal schief gehen. Sekundenkleber trocknet extrem schnell und ist
sofort hochfest. Korrekturen gibt es keine mehr. Ist der Reifen einmal schief
auf der Felge, kann er nur noch durch Zerstörung entfernt werden. Wenn Sie
nicht unbedingt Rennen auf höchstem Niveau fahren und gewinnen wollen, dann
greifen Sie doch eher zu harmloseren Kleber für Ihre Reifen.
Und so werden Reifen mit Sekundenkleber verklebt.
Reifen und Felge gründlich reinigen und entfetten. Glatte Felgen, wie z. B. von
Sigma mit Schmirgelpapier anrauhen. Reifen aufziehen, kneten und drücken, bis
er wirklch plan und rund auf der ganzen Felge aufliegt. Dann den Kleber mit
einer feinen Klebespitze unter den Reifen an mehreren Stellen auftragen. Ideales
Hilfmittel ist die Dosierflasche mit Nadelspitze ( --> Chemie/Oel/Kleber
--> Kleber diverses). Je höher die Anforderungen, desto vollflächiger
sollte geklebt werden. Beim privaten Renner für ruhige Stunden an der Bahn
langen schon 3 Klebestellen, damit der Reifen eben nicht auf der Felge rutschen
kann. Beim professionellen Renner für Clubrennen, Meisterschaften usw. sollte
der Reifen sogar innen mit Schmirgelpapier aufgerauht und dann absolut vollflächig
auf die Felge geklebt werden. Es muss absolut gewährleistet sein, dass der
Reifen komplett aufliegt und sich auch bei härtester Belastung kein bisschen
von der Felge hebt. Haben Sie keine feine Klebespitze, einfach einen Zahnstocher
kurz mit Kleber benetzen und unter den Reifen schieben.
Nach dem Verkleben sollte der Reifen geschliffen werden.
Die neuen USP-Felgen haben eine so rauhe Oberfläche, dass Reifen auch ohne
Verklebung relativ fest haften.
Verschiedene Kleber finden Sie unter --> Chemie/Oel/Kleber.
Lieber
mehr Gummi oder mehr Alu??
Der
gewünschte Außendurchmesser eines Rades kann mit ganz unterschiedlichen Felgen
und Reifenkombinationen erreicht werden. Sie können z. B. eine kleine Felge mit
dicken Reifen fahren oder große Felge mit dünnen Reifen. Beide hat den
gleichen Außendurchmesser aber unterschiedliche Fahrverhalten. Je dicker der
Reifen ist, desto mehr Federung ist im Reifen. Schluckt Schläge und
Unebenheiten der Bahn gut weg. Allerdings hat das Rad damit ein höheres
Gewicht. Gummi ist nunmal schwerer als Alu. Ein hoher Reifen hat mehr seitliches
Walken, was schlecht für schnelle Kurven ist. Das ideale Verhältnis zwischen
Reifen und Felge zu finden, liegt meist irgendwo in der Mitte. Je glatter die
Bahn (Holzbahn) desto dünner kann der Gummi sein.
